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Wirtschaftshof Kloster Michaelstein

Esprit libre – Die Freiheit des Klosterfreiraumes

Innenhof des Wirtschaftshofes im Kloster Michaelstein
Projektdaten
Bauherr
Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Verfahren
Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb
1. Preis

Leistungsphasen
LPH 1–4

Gesamtfläche
11.630 m²

Bausumme
3.930.000 €

Planungszeitraum
2018–2019

Ausführung
2020–2021

Historische Klosteranlage neu gedacht

Das Wettbewerbskonzept zur Neugestaltung des Wirtschaftshofes Kloster Michaelstein versteht sich als behutsame Weiterentwicklung des historischen Klosterensembles. Ziel der Freiraumgestaltung ist es, die besondere Identität des Klosters zu bewahren und gleichzeitig zeitgemäße Nutzungen für Besucher, Veranstaltungen und den täglichen Aufenthalt zu ermöglichen. Ein durchgängiger Pflasterteppich verbindet die öffentlichen Freiräume der Klosteranlage zu einem harmonischen Gesamtbild und spannt sich als einheitlicher Natursteinbelag von Fassade zu Fassade über den gesamten Innenhof.

Zentrale Hofinsel als grünes Herz des Wirtschaftshofes

Wie eine feine Schmuckfassung folgt das Natursteinpflaster den historischen Gebäudekanten und umschließt die zentrale Grünfläche. Die Hofinsel bildet das grüne Herz des Wirtschaftshofes und schafft einen neuen Ort der Begegnung, Erholung und Identifikation. Als räumlicher Mittelpunkt des Klosterhofes lädt sie Besucher zum Verweilen, Entdecken und Erleben der historischen Anlage ein.

Offene Freiraumgestaltung mit hoher Aufenthaltsqualität

Anstelle klar abgegrenzter Nutzungsbereiche setzt der Entwurf auf eine offene und fließende Raumkomposition. Der Freiraum bietet vielfältige Möglichkeiten der Nutzung und Aneignung. Wenige prägnante Gestaltungselemente – der Pflasterteppich, die zentrale Hofinsel und der Heckengarten – strukturieren den Raum und verleihen ihm eine klare gestalterische Identität. Mobile Sitz- und Spielelemente schaffen zusätzliche Flexibilität und fördern eine lebendige Atmosphäre im historischen Klosterhof.

Barrierefreie Erschließung und nachhaltige Zugänglichkeit

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Gebäudezugängen. Intarsienartige Podeste markieren die Eingänge dezent und reagieren auf die topografischen Gegebenheiten des Ortes. Ebenerdige Podeste ermöglichen barrierefreie Zugänge, während kombinierte Rampen- und Podestelemente die Höhenunterschiede zwischen Klosterhof und Gebäuden komfortabel überwinden. Die gesamte Anlage erfüllt damit hohe Anforderungen an Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit.

Gartenräume als Verbindung von Architektur und Natur

Während der innere Bereich des Klosterareals als befestigter Platzraum gestaltet wird, öffnet sich der äußere Bereich als großzügiger Gartenraum. Eine von Hecken eingefasste Wiesen- und Baumlandschaft umrahmt das historische Gebäudeensemble und schafft einen harmonischen Übergang zwischen Architektur und Landschaft. Im südlichen Bereich der Musikscheune ergänzt eine funktionale Überdachung für Fahrräder und Motorräder mit integriertem Müllstandort die Freianlagen.

Natursteinpflaster und Shared-Space-Konzept

Das Pflaster des Klosterareals besteht aus einer fein abgestimmten rot-grauen Natursteinmischung. Ein grauer Pflasterteppich markiert den Eingangsbereich vom Parkplatz und führt Besucher intuitiv zum Kloster. Die Gestaltung folgt konsequent dem Shared-Space-Prinzip. Auf Hochborde und trennende Kanten wird bewusst verzichtet. Durch die ebenerdige Ausführung und den durchgängigen Natursteinbelag entsteht ein offener, barrierefreier Freiraum, der alle Bereiche selbstverständlich miteinander verbindet.

Aufenthaltsqualität und behutsame Verkehrsberuhigung

Die bewusste Entschleunigung des Verkehrs stärkt die Aufenthaltsqualität und fördert das gemeinschaftliche Erleben des historischen Wirtschaftshofes. Der neu gestaltete Klosterhof wird so zu einem attraktiven Begegnungsort, der Geschichte, Landschaftsarchitektur und zeitgemäße Freiraumnutzung miteinander verbindet.