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Nationalpark Besucherzentrum Ruhestein - Eine Spur wilder

Innenstadt Fröndenberg – Moderne Platzgestaltung und Stadtraumentwicklung
Projektdaten
Bauherr
Land Baden-Württemberg
Vermögen und Bau Baden-Württemberg
Verfahren
1. Preis, Offener Realisierungswettbewerb, 2-phasig
Wettbewerb
2015
Leistungsphasen
LPH 1–9
Gesamtfläche
16.500 m²
Bausumme
4.435.000 €
Planungszeitraum
2015–2020
Ausführung
2019–2021
Planungspartner
Sturm & Wartzeck Architekten,
EWT Elektroplanung,
Schlaich Bergermann Partner

Eine Spur wilder: Nachhaltige Landschaftsarchitektur im Nationalpark

Das Leitmotiv des Entwurfs für das Besucherzentrum Ruhestein ist die harmonische Integration von Architektur und Landschaft. Inspiriert von den natürlichen Strukturen des Waldes, verschmelzen Gebäude und Freiraum zu einem ganzheitlichen Erlebnisraum im Nationalpark. Während die Architektur die Formensprache gestürzter Baumstämme aufgreift und gestalterisch interpretiert, fügt sich die umgebende Freiraumgestaltung behutsam in die bestehende Waldlandschaft ein.

Durch gezielt platzierte Elemente und minimale Eingriffe in die Natur bleibt der ursprüngliche Charakter des Standortes erhalten. Umfangreiche Neubegrünungen fördern die Regeneration der gewachsenen Landschaftsstruktur und stärken die ökologische Qualität des Areals.

Der Eingangsplatz Ruhestein als zentraler Begegnungsort

Als markantes Entrée zum Nationalpark bildet der neu gestaltete Eingangsplatz Ruhestein das Herzstück des Gesamtkonzepts. Wie ein verbindender Teppich spannt sich die Platzfläche zwischen Besucherzentrum, Nationalparkverwaltung und den angrenzenden touristischen Einrichtungen auf. Dadurch entsteht ein zentraler Ankunfts-, Informations- und Vernetzungspunkt für Besucherinnen und Besucher.

Von hier aus beginnen zahlreiche Wanderwege und Radwege in den Nationalpark. Gleichzeitig bietet der Platz eine optimale Anbindung für Gäste, die mit dem Auto oder Bus anreisen. Eine neue Querungsinsel sowie verkehrsberuhigende Maßnahmen entlang der Landesstraße erhöhen die Sicherheit und verbessern die Aufenthaltsqualität.

Naturnahe Mobilität und nachhaltige Infrastruktur

Die Stellplätze und Zufahrten werden bewusst in eine waldähnliche Landschaft eingebettet. Heimische Baumarten schaffen eine hohe ökologische Vielfalt und lassen Parkierungsflächen optisch in den Wald übergehen. Notwendige Infrastrukturen rund um das Besucherzentrum werden zurückhaltend in die wiederhergestellte Waldlandschaft integriert.

Der Besucherparkplatz sowie die Anlieferung sind über die bestehende Nebenstraße zur Skischanze erschlossen. Für Mitarbeitende und die Anlieferung von Exponaten steht eine separate Anbindung an die Landesstraße zur Verfügung. Dieses durchdachte Verkehrskonzept gewährleistet eine effiziente Nutzung bei gleichzeitig hoher Landschaftsverträglichkeit.

Naturspielraum im Wald – Erlebnis für die ganze Familie

Ein besonderes Highlight ist der naturnahe Spielbereich am Hang oberhalb des Besucherzentrums. Direkt an die Außenterrasse und das Foyer angebunden, entsteht hier ein außergewöhnlicher Erlebnisraum für Kinder und Familien.

Zwischen den bestehenden Bäumen sind Balancier- und Kletterstämme angeordnet, die an die natürlichen Totholzstrukturen des Nationalparks erinnern. Ergänzt durch Netze, Seile und Kletterelemente entsteht ein abwechslungsreicher Waldparcours, der Bewegung, Abenteuer und Naturerfahrung miteinander verbindet. In die Baumkronen integrierte Nester eröffnen faszinierende Perspektiven und ermöglichen einzigartige Ausblicke in die Waldlandschaft.

Landschaftsplanung mit Respekt vor der Natur

Das Freiraumkonzept für das Besucherzentrum Ruhestein zeigt, wie moderne Landschaftsarchitektur, nachhaltige Planung und Naturschutz erfolgreich miteinander verbunden werden können. Das Ergebnis ist ein Ort, der Besucherinnen und Besucher willkommen heißt, Orientierung bietet und gleichzeitig die einzigartige Natur des Nationalparks erlebbar macht – eine Spur wilder, authentischer und näher an der Landschaft.